Spielvereinigung Neckarelz e.V.

Montag, 24. Juli 2017
Letzte Ausfahrt Trier – Endstation Sehnsucht – Schwind kommt nicht
Dienstag, den 25. August 2015 um 12:39 Uhr    PDF Drucken

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, das Waldhof-Spiel (3:0 gegen Neckarelz) war wieder eines der denkwürdigen Spiele, die in die Chronik der Spielvereinigung Neckarelz eingehen. Zunächst schoss Giuseppe Burgio ein Tor, allerdings aus 2 m Abseitsposition. Das kann ich so sicher beurteilen, weil ich genau auf der Höhe der Ballabgabe saß, also einen optimalen Winkel hatte. Abseits ist schwer zu beurteilen, da der Schiedsrichter mit 2 Augen 3 Situationen gleichzeitig erfassen muss: ballabgebender Spieler, ballannehmender Spieler, Abwehrspieler. Und das zum Zeitpunkt der Ballabgabe. Leider hat der Mensch für diese hehre Aufgabe nur 2 Augen, die außerdem für die Verhältnisse der Biologie ein sehr begrenztes Gesichtsfeld haben. Grenzen gibt es also überall, sowohl technische als auch biologische als auch vom Menschen gesetzte.

Das Schicksal nahm seinen Lauf, wir schossen dann ein Tor, das wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Dem zweiten Waldhof-Tor ging ein Foul an Fabian Gondorf voraus, wir unterbrachen leider oder wegen mangelnder Cleverness das Spiel nicht. So nahm an diesem Abend das Schicksal seinen Lauf, und wir traten punkt- und torlos die Heimreise an. Nicht schlecht gespielt, aber schlecht belohnt.

Weiter geht es Schlag auf Schlag. Aktuell haben wir die Zweite Mannschaft aus Hoffenheim zu Gast, am Sonntag spielen wir in Trier, am Mittwoch darauf Pokal in Bammental und dann samstags in Homburg.

Letze Ausfahrt Trier heißt für mich letztes Spiel im August, der uns ein schweres Programm aufgegeben hat. Hoffenheim hat unter der Woche die Möglichkeit, Bundesligaspieler einzusetzen, Trier ist eine Mannschaft, die gnadenlos aggressiv spielt und kämpferisch sicher zu den stärksten Teams der Liga zählt. Hier gilt es, dagegenzuhalten. Unser Auftritt auf dem Waldhof hat mich allerdings bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gerade die jungen Spieler haben einen positiven Eindruck hinterlassen.

Daniel Schwind kommt nicht zurück, meine lieben Leser, das ist eine der traurigeren Botschaften dieser Woche. Wir konnten leider keine für beide Seiten tragfähige Lösung finden .Der Verlauf erinnert an Tennessee Williams´ Drama „A Streetcar called desire“ (Endstation Sehnsucht), für das er den Pulitzer-Preis erhielt. Weitere Parallelen sind eher zufällig. Marlon Brando spielte in der Premiere am Broadway den emotionalen und unbeherrschten Kraftprotz Stanley Kowalski, 3 Jahre später wurde er dann im gleichnamigen Film Hauptdarsteller, Elia Kazan führte Regie. Das junge Schönheitsideal Marlon Brando war wandlungsfähig bis zu seinen späten Rollen wie der des Colonel Kurtz in „Apocalypse now“, wo Francis Ford Coppola als Regisseur in der Eröffnungssequenz Wagners „Ritt der Walküren“ als Musik wählte. Das habe ich mir schon lange in Neckarelz als Einlaufmusik vorgestellt.

Wenn Sie einmal die Chance haben, verehrte Leser, „Endstation Sehnsucht“ zu sehen, es lohnt sich. Die unterschiedlichen Charaktere geben auch einen guten Einblick in die Gedankenwelt der Vereinigten Staaten und in die Literatur Sigmund Freuds, die Tennessee Williams gelesen hatte. Der Titel kommt übrigens daher, dass es in New Orleans eine Straßenbahn gibt, deren Endstation „desire“ heißt.

Für das Spiel am Mittwochabend heiße ich Sie alle, Trainer, Schiedsrichter, Spieler , Betreuer, Fans, Mitarbeiter und Gäste herzlich im Elzstadion willkommen und wünsche Ihnen allen ein schönes Spiel.

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