Spielvereinigung Neckarelz e.V.

Donnerstag, 22. Juni 2017
Es lohnt sich zu kommen: Fußballsamstag in Neckarelz
Dienstag, den 20. Oktober 2015 um 12:45 Uhr    PDF Drucken

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, noch ein Punkt. Es geht aufwärts. Ein Punkt aus Offenbach im Gepäck ist auf der Heimfahrt besser als ein leerer Rucksack. Betrüblich ist die Tatsache, dass wir - über das gesamte Spiel gesehen und besonders im zweiten Durchgang - die bessere Mannschaft waren. Bekanntermaßen ist Fußball ein klassischer Ergebnissport, in dem es keine B-Noten gibt, weder für Pirouetten noch für Lattenkracher. Und Nachtrauern ist auch nicht hilfreich. Es gilt vielmehr, die gezeigte Leistung der zweiten Halbzeit mit etwas Glück und einer besseren Trefferausbeute gegen Freiburg zu zeigen.

Ich begrüße die Schiedsrichter, Trainer, Spieler, Zuschauer, Fans, Betreuer und Mitarbeiter des FC Freiburg und der Spielvereinigung Neckarelz recht herzlich und bedanke mich für Ihre Anwesenheit im Stadion.

Fußball live ist für mich immer ein anderes Erlebnis als Fußball vor dem Fernseher. Dabei sein, die Emotionen erleben, die Gespräche, die Aufregung, die Stadionwurst, die Durchsagen aus dem krächzenden Lautsprecher, die Stadionzeitung, der Kontakt und die Gespräche, die Pressekonferenz, die Balljungen, die Platzordner, all das ist für mich Fußballsamstag in Neckarelz. Es lohnt sich zu kommen.

Der Fußball wirft einmal mehr Schatten, es geht um Verdächtigungen, ob denn die Fußball-WM 2006 auf dem richtigen oder auf dem rechtmäßigen Weg zu uns gekommen sei. Interessant ist der Zeitpunkt. Genau jetzt, wo Sepp Blatter das Wasser nicht bis zum Hals, sondern bis zum Scheitel steht, werden immer neue Dinge aufgetischt.

Unabhängig davon muss ich ganz einfach feststellen, dass die Fußball-WM 2006 bei uns ein erstklassiges, fröhliches und weltoffenes Fußballfest war. Deutschland hat sich als guter Gastgeber gezeigt, die Welt hat mit uns zusammen ein Völkerfest der Freundschaft und des Friedens gefeiert. Der Schatten tut weh, und ich hoffe, dass die Reporter des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" auch sorgfältig und intensiv recherchiert haben, bevor sie einen so schweren Vorwurf veröffentlichten. Inzwischen, nachdem die Vorwürfe geäußert sind, laufen jetzt die Ermittlungen sowohl intern als auch von der Staatsanwaltschaft. Bis dahin gilt zunächst die Unschuldsvermutung.

Journalismus ist übrigens eine schwere und verantwortungsvolle Aufgabe, gerade in der Bundesrepublik, die ja fast ein Land der Rufmörder ist. Denken wir nur zurück an die gefälschten Tagebücher aus der Epoche des Dritten Reiches, auf die der Stern hereinfiel.

Verantwortung, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit müssen wichtiger bleiben als Sensation und Auflage. Es gibt für mich auch im Zeitalter der modernen Kommunikation und der sozialen Medien Grenzen. Menschliche Notlagen, Katastrophen und Extremsituationen dürfen nicht um jeden Preis veröffentlicht werden. Es gibt ethische Grenzen, die einzuhalten sind.

Zurück zum Fußball: Wir lieben ihn alle und wünschen uns gegenseitig ein schönes und spannendes Spiel.

Herzliche Grüße
EUER DOC